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Beschäftigungslage

Hüttenwesen gleich wie eine Reihe anderer Zweige der Volkswirtschaft war ein Bereich, der außer seiner Hauptherstellungstätigkeit eine beträchtliche Zahl der Arbeitskräfte auf dem Gebiet des sog. gesellschaftlichen Verbrauchs (Erholungsheime, Interessentätigkeit u.ä.) beschäftigte. Ein weiterer Aspekt war die Tatsache, daß die Hüttenorganisationen als völlig betriebsökonomisch selbständige Einheiten (eigene Energetik, Wohnungswirtschaft, Schulungs- und Lehrlingsausbildungszentren u.a.) gebaut wurden. Im Interesse der höheren Aufwertung knüpften oft an die Hüttenkomplexe weitere energetische, maschinenbauliche und andere Betriebe an. Die so gebildeten Einheiten haben dann in der angenommenen Philosophie den Plänen sowie praktischen Möglichkeiten der Privatisierung nicht entsprochen, vor allem dem Eintritt des tschechischen sowie ausländischen Kapitals.

Die andere Seite der Münze der „Überbeschäftigung in den Hütten am Anfang der neunzigen Jahre“ war die bereits erwähnte Höhe der Produktion in Anknüpfung an die Möglichkeiten der Plazierung der Hüttenproduktion auf unseren und ausländischen Märkten. Dies resultierte in mehrfach niedrigerer Produktivität im Vergleich mit dem Ausland.

Arbeiterabbau ist einerseits durch Absatz- und Produktionsrückgang (in allen weiteren Anknüpfungen - Wettbewerbsfähigkeit, neue Konstruktionslösungen, Einsparungen in Stahlwerken u.ä.), andererseits dann durch „Absonderung“ der nichtproduktiven und Bedienungsanlagen und -betriebe und durch Vorbereitung für Privatisierung der neustrukturierten Herstellungseinheiten hervorgerufen.

Die in der Tabelle angeführten Tendenzen und Beziehungen zwischen der Warenproduktion und dem Abbau der Zahl der Arbeiter im ganzen tschechischen und slowakischen Hüttenwesen sind aus den Diagrammen gut ersichtlich.

 19891990199119921993199419951996
Warenproduktion in laufenden Preisen (Mio. CZK)807968197111712410039096950105598132510115372
Durchschnittliche Arbeiterzahl152348147823136120119419109034975329429991903
Arbeitsproduktivität in der Warenproduktion (Tsd CZK/Arbeiter)530555860841889108314051255

* In der Slowakischen Republik nur die Angaben für OCEL-VSŽ, s.r.o., nicht für die ganze Gesellschaft VSŽ, a.s.
** Seit 1993 ist die Warenproduktion in der Slowakischen Republik auf CZK im Verhältnis CZK*0,9 umgerechnet

Die Lage in der Tschechischen Republik vom Gesichtspunkt der Beziehung der Produktion und der Arbeitsproduktivität wurde bereits im Diagramm Nr. 8 beschrieben. Die Entwicklung der Beschäftigungslage in der Tschechischen Republik hat selbstverständlich auch ihre regionale Dimension (Ostrauer Gebiet, Kladno, Chomutov usw.). Lösung dieser regionalen Beschäftigungslage setzt enge Zusammenarbeit der Betriebe mit den staatlichen Behörden voraus (aktive Beschäftigungspolitik, System der sozialen Absicherung u.ä.).

Andererseits im Zusammenhang mit der Vollendung des Privatisierungsprozesses und insbesondere der Strukturveränderung kann man den Prozeß des Freilassens der Arbeiter aus dem Hüttenwesen nicht für beendet halten. Die Notwendigkeit, auf höheres qualitatives Niveau (unerläßliche Modernisierungsprozesse) und auf höhere Produktivität bei mehr oder weniger gegebenem Volumen der Produktion zu übergehen, gibt eine eindeutige Antwort. Von diesem Gesichtspunkt wird z.B. regionale Situation des Ostrauer Gebietes und des nordböhmischen Kreises kompliziert sein, wo es zu höchster Abnahme der Beschäftigung bei verhältnismäßig hoher bestehender Arbeitslosigkeit (5,6 % gegenüber 3,5 % im gesamtstaatlichen Maßstab) kommen wird.