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Die Tschechische Stahlindustrie in der VergangenheitCzech metallurgy in the past

coke1.jpgZuerst führen wir im Interesse der Kontinuierlichkeit der Sicht die grundlegende Charakteristik der Entwicklung des Hüttenwesens in der ehemaligen Tschechoslowakischen Föderativen Republik für die vergangenen zwei Jahrzehnte, d.i. für den Zeitabschnitt ungefähr ab siebziger Jahren an. Bis zu dieser Zeit wurde in der Nachkriegs-Tschechoslowakei die Hüttenindustrie vor allem volumenmäßig entwickelt, was durch Aufbau eines Hüttenkombinats in Mähren, heute Aktiengesellschaft Nová hut, eines Hüttenkombinats in der Slowakei, heute Aktiengesellschaft Východoslovenské železárny realisiert wurde. Weiter wurden in Südmähren ein Betrieb für Erzeugung von Rohren, heute Aktiengesellschaft Zelezárny Veselí, und in der Slowakei ein Betrieb für Erzeugung der Ferrolegierungen, heute Aktiengesellschaft Oravské ferozliatinárske závody, aufgebaut. Schrittweise wurde ein Netz des Großhandelsverkaufs des Hüttenmaterials gebildet, worin die damaligen Betriebe heute bereits selbständige, von der Aktiengesellschaft Ferona überdachte Unternehmen sind.

System der direktiven planmäßigen Leitung und sein Vollzugsorgan, die Staatliche Plankommission, gründeten sehr lange die Entwicklung des Hüttenwesens auf dauerndem Anstieg des Volumens der Stahlherstellung, so daß einige Erwägungen zu der Zielvorstellung der Jahresproduktion des Stahls über 25 Mio. t führten. Zum Unterschied vom Hüttenwesen Westeuropas, das auf die energetische Krise in den siebzigen Jahren dadurch reagieren mußte, daß es allmählich aber dauernd die Struktur der Wirtschaft durch Entwicklung weniger brennstoff-energetisch anspruchsvoller Produktionen änderte, reagierte das Hüttenwesen in der Tschechoslowakischen Föderativen Republik auf diesen Schock nur durch momentane Schrumpfung seiner Produktion, so daß es erst im Jahre 1989 zum Bruch im Volumen der Produktion kam, wobei Stahlproduktion von 15,5 Mio. t erreicht wurde. Nicht einmal der Zeitabschnitt des sog. Umbaus des wirtschaftlichen Mechanismus noch vor dem Jahre 1989 brachte es zustande, die Hüttenproduktion zu beschränken. Dazu kam es erst nach unmittelbarer Konfrontation mit der Marktökonomik und im Hüttenwesen selbst erschien dies ganz eindeutig erst ab Hälfte 1991. Für extensive Entwicklung und deren Form der Realisierung leistete das Hüttenwesen eine Buße, die man folgendermaßen charakterisieren kann: Beim Aufbau weiterer, das Produktionsvolumen erweiternder Kapazitäten wurde die Modernisierung der ursprünglichen Einrichtungen einschließlich der technologischen Innovation vernachlässigt. Neben den modernen Anlagen standen hier auch veraltete Technologien und diesen entsprechende Erzeugungsparameter. So z.B. niedriger Anteil des stranggegossenen Stahls und Roheisenerzeugung aus schlechter zu verarbeitenden Eisenerzen aus der ehemaligen UdSSR waren die Ursachen niedrigerer Metallausnutzung und höherer brennstoff-energetischer Ansprüchigkeit. In der Rohrherstellung war ein großer Anteil der nahtlosen Rohre, in Stahlindustrie überlebte lange das SM-Verfahren. Der überdimensionierten Produktion fehlten progressive, dem Niveau im Ausland entsprechende Technologie und Technik. Nichtsdestoweniger verfügte die Stahlindustrie auch über moderne Anlagen, so daß man den Zustand der Veralterung auf das ganze Hüttenwesen nicht beziehen bzw. verallgemeinern kann. Überhaupt kann man darüber nicht mit Bezug auf die Qualifikation der Angestellten im Hüttenwesen sprechen, die sehr gut ist. Zurückbleiben hinter den vorderen Hüttenländern schätzten wir in einigen Parametern auf 20 Jahre ein. Beschränkung der Produktion auf dem Wege der Liquidation der veralteten Technologien verbesserte bereits an sich selbst diesen Zustand und die Situation ändert sich selbstverständlich weiter infolge Realisierung der Strukturveränderung.

Ganz allgemein konnte man die Situation des Hüttenwesens in der Tschechoslowakischen Föderativen Republik so bewerten, daß dieses kapazitätsmäßig überdimensioniert war, auf dem Gebiet der Grundproduktion auf Roheisenproduktion aus allgemein metallurgisch schlechter zu verarbeitenden Erzen aus den Ländern der ehemaligen UdSSR zu viel orientiert wurde. Es wurde derweil mit niedrigerem Anteil der progressiven Technologien der Stahlherstellung und des Stahlgießens gearbeitet und es war auch erforderlich, in die Finalität und Qualität zu investieren. Bei der Stahlherstellungskapazität von ca. 16 Mio. t wurde im Jahre 1991 12,1 Mio. Tonnen Stahl beim Anteil der Stahlherstellung mit Sauerstoffprozessen 79 % (in Sauerstoffkonvertern 52,8 %) und beim Anteil des stranggegossenen Stahls 17 % erzeugt. Hoch war der Anteil von nahtlosen Rohren. Es wurde mit höherer brennstoff-energetischer Ansprüchigkeit und mit niedrigerer Arbeitsproduktivität als in den hochentwickelten Ländern gearbeitet. Die Bewertung der Arbeitsproduktivität und gesamte ökonomische Effektivität waren jedoch im Vergleich mit Ausland infolge Eingliederung einer Reihe von Bedienungs- und Servistätigkeiten einschl. Betreiben der Einrichtungen der sog. gesellschaftlichen Konsumtion sehr verzerrt.