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Einleitungscharakteristik

Stahlindustrie der Tschechischen Republik - Einleitungscharakteristik

Die Stahlindustrie der Tschechischen Republik bewies in den vergangenen Jahren, daß sie zu denjenigen Produktionszweigen gehört, die ihre Begründung auch unter den Bedingungen der Marktwirtschaft erweisen können.

oka.jpgSie trat in den Zeitabschnitt ihrer Transformation ein, die sowohl als Änderung der Eigentumsbeziehungen als auch in Form der Strukturveränderung in sehr erschwerten Absatzbedingungen verläuft, die durch markante Schrumpfung der Stahlnachfrage fast in der ganzen Welt hervorgerufen wurde. Gerade in diesen Bedingungen, wenn es besonders schwierig ist, sich auf dem Markt durchzusetzen, brachte das Management der Stahlindustrie der Tschechischen Republik durch aktive Handelspolitik in verschiedenen Regionen des Weltmarktes zustande, deren Stelle zu festigen und dort Absatzanstieg deren Produktion sicherzustellen, manchmal auch bei finanziellen Opfern, die mit der Deckung der Frachtkosten in die mehr entfernten Territorien verbunden sind. Im großen und ganzen, wenn man in Betracht nimmt, daß es dadurch andererseits gelungen ist, beträchtlichen Teil des negativen Einflusses der fixen Kosten zu eliminieren, da es gelang, die Ausnutzung der Herstellungskapazitäten auf ökonomisch zusagendem Niveau aufrechtzuerhalten, und mit bewußter Ausnutzung einiger komparativen Vorteile wie niedrige Abschreibungs- und Lohnbelastung es gelungen ist, zum Unterschied von ausländischen Stahlwerken in den hochentwickelten Ländern - z.B. in der Europäischen Union, die allmählich in die Verluste gerieten, in den Stahlwerken der Tschechischen Republik Rentabilität zu erhalten. Diese Rentabilität wurde jedoch teilweise durch Verlangsamen des Strukturveränderungsprozesses erkauft und insbesondere durch Pro-Export-Kurs der Krone beeinflußt. Durch Export wurden auch nach Spaltung der Föderation weiterhin die Mittel erworben und nötiger finanzieller sowie sozialer Raum für Strukturveränderung gebildet.

Schwierig war und bisher ist jedoch die Situation in Rohrherstellung. Hier konnte es nicht gelingen, ein genügendes Volumen der Produktion auf die Auslandsmärkte zu plazieren, da es das riesige Übergewicht des Angebots über die Nachfrage auf den Weltmärkten nicht ermöglichte, und mehr intensiver Einfluß der weggefallenen Ausfuhrmöglichkeiten in die Länder der ehemaligen UdSSR konnte man nicht nachträglich ersetzen.

Die Situation der Stahlindustrie der Tschechischen Republik wurde bereits unzweifelhaft neben den spezifischen Einflüssen des nationalen Industriezweiges durch die Einflüsse des Zustandes des Stahlmarktes in der Welt und in ihren einzelnen Regionen beeinträchtigt.

Die Stahlindustrie in der Tschechischen Republik löste und noch löst prioritätsmäßig die Privatisierung und mußte parallel neue Märkte suchen, die bis zur Zeit der gezielten Herabsetzung des Produktionsvolumens den Rückgang der inländischen Nachfrage wenigstens teilweise ersetzen müssen. Deswegen war sie gezwungen, und nicht einmal das meist renomierte Marktunternehmen in der Welt würde sich anders benehmen, ihre zeitweilige komparative Vorteile auszunutzen und auch deswegen zu exportieren, um nötigen finanziellen sowie sozialen Raum für Strukturveränderung zu schaffen.

Über die Stelle und Stellung der Stahlindustrie in der Tschechischen Republik sagt auch der Maß ihrer Reaktion auf die vom Zentrum vom Gesichtspunkt der Aufrechterhaltung der makroökonomischen (Währungs-, finanziellen und weiteren) Stabilität angewendete restriktive Wirtschaftspolitik aus.

Das Hüttenwesen ist ein rohstoff- und energieaufwendiger Zweig mit hoher Fondsausstattung (insbesondere des materiellen Investitionsvermögens). Die entscheidenden Erzeugungsanlagen haben große Lebensdauer und langen Zyklus der Wiederherstellung. Von diesem Gesichtspunkt aus (niedrige Flexibilität des Zweiges betreffend Sortimentänderung) muß man an die künftige Entwicklung des Zweiges einschl. Marketings mit hohem Genauigkeitsmaß herantreten. Andererseits sind die eingelegten Mittel eine relativ lange Zeit gebunden, all das bei hoher Investitionsaufwendigkeit der Produktion. Das bedeutet also, im Vergleich mit anderen Zweigen der industriellen Herstellung, die Notwendigkeit zur Deckung dieser hohen Investitionskosten, langfristige Investitionskredite auszunutzen, insbesondere beim Mangel an eigenen Ressourcen.

Betrieb des Hüttenwerkes ruft jedoch die Notwendigkeit hervor, auch die üblichen kurzfristigen Kredite insbesondere zur Deckung der Materialvorräte zu schöpfen. Aus dem Obenangeführten geht objektive Notwendigkeit hohen Anteils der Eigenmittel zur Deckung der Vorräte hervor. Die nach 1989 verwirklichte ökonomische Transformation bestätigte jedoch die Gültigkeit der Maßnahme vom Anfang sechziger Jahre, wo ein Teil der Umsatzfonds der Hüttenwerke auf Bankkredite mit Zins von 1 % administrativ überführt wurde. Auf solche Weise initiierte Senkung eigener Ressourcen der Deckung spiegelte sich später direkt in hoher Zinsbelastung der Hüttenorganisationen ab und beeinträchtigte auch hohe, überwiegend sekundäre Zahlungsunfähigkeit innerhalb der Hüttenindustrie.

Nicht eindeutige Auswirkung auf die Wirtschaft der Organisationen des Bereiches hatten die Transformation und Privatisierung. Einerseits bestimmte die durchgeführte Preisliberalisierung den Realmarktwert der Hüttenprodukte (bis zu dieser Zeit wurde das Hüttenwesen im Rahmen der durchgeführten Preisumbildungen als Bereich mit niedrigerer als durchschnittlicher Profitrate konstituiert). „Eröffnung“ der westlichen Märkte ermöglichte in der Situation der Zahlungsunfähigkeit ehemaliger RGW-Länder und dramatischer Senkung der heimischen Nachfrage, den Anteil des Exports insbesondere in Westeuropa zu erhöhen. Positive Wirkung hatte hier auch Pro-Export-Kurs der Krone nach durchgeführter dreifacher Devalvation. Ein weiterer, auf Ausfuhr und Ökonomik positiv wirkender Faktor war restriktive Wirtschaftspolitik, die auf Dämpfung der Inflation und Erhaltung niedrigeren Arbeitskraftpreises in Form der Lohnregulation gerichtet wurde.

Andererseits beeinflußten einige Faktoren das Wirtschaften und die Wettbewerbsfähigkeit der tschechischen Organisationen (in Berücksichtigung der Spezifizitäten des Hüttenwesens) eher im negativen Sinne.

  • Restriktive antiinflationäre Politik erschwerte beträchtlich die Erreichbarkeit und erhöhte den Preis der Kredite (dazu kamen Maßnahmen der Handelsbanken zur Stärkung ihrer Reserven).
  • Bildung de Eigenressourcen wurde lange Zeit hindurch (und ist teilweise auch weiterhin) durch verhältnismäßig hohe Steuerabgaben und Versicherungsgebühren sowie durch niedrigere Höhe der Abschreibungen herabgesetzt, und zwar auch in der Situation der hoch unterschätzten.
  • Abschreibungsbasis. Ebenfalls die beschränkten Möglichkeiten der Bildung der Steuerreserven und Stornoposten zu den Forderungen setzten weiterhin Cash Flow der Betriebe herab und konservieren hohe sekundäre Verschuldung der Hüttenorganisationen.
  • Ungenügend war und ist die Situation auf dem Gebiet der Pro-Export-Politik und Sicherung der Ausfuhr, der Antidumpingmaßnahmen usw. gelöst.
  • Spezifische Situation ist derzeitig verlaufender Prozeß der Privatisierung der Hüttengesellschaften, der mit Strukturveränderung verbunden ist.
  • Eindeutig kann man Eintritt genügenden (meistens ausländischen) Kapitals in die Hütten unterstützen, sei es durch Abkauf von Geschäftsanteilen und Aktien oder in Form der Gründung von Joint Ventures.
  • Problematisch bleibt die Kuponprivatisierung und Verkauf der Geschäftsanteile in Form des öffentlichen Konkurses ohne genügende Beglaubigung der Zahlungsfähigkeit neuer Besitzer. In solchem Falle kommt es zum „Umgießen“ der Finanzmittel aus der privatisierten Organisation an den neuen Besitzer, z.B. unter dem Titel der Notwendigkeit, die Privatisierungskredite zu rückzahlen. Diese Mittel fehlen dann im Prozeß der Strukturveränderung des Hüttenwesens (und zwar auch im inländischen Banksektor).
  • Ein Schlüsselproblem der Stahlindustrie der Tschechischen Republik ist jedoch Erholung der ökonomischen Aktivität deren inländischen Hauptabnehmer. Motivierung der Nötigkeit, die Produktion aufrechtzuerhalten bzw. diese zielmäßig herabzusetzen, bestand in beschränkten Möglichkeiten der Lösung der sozialen Folgen der Produktionsherabsetzung und auch darin, damit die Liquidation von Kapazitäten die Finanzquellen nicht extrem schöpfe, die die Stahlindustrie für Modernisierung der Anlagen benötigt.

Wiederholen wir nur in einigen Hauptparametern den Zielzustand der Stahlindustrie in der Tschechischen Republik nach der Studie der ausländischen Beratungsfirmen. Es wurde nach den Prognosen aus den Jahren 1992, 1994 und 1996 erwartet, daß nach dem Jahre 2000 die Stahlindustrie in der Tschechischen Republik 6,5 Mio. t Stahl von ursprünglichen 10,6 Mio. t in 1989 erzeugen wird. Das würde beträchtliche Reduktion des Erzeugungsvolumens gegenüber dem Jahr 1989 und Herabsetzung des Beschäftigungsgrades auf ca. 53 Tsd Personen von 128 Tsd im Jahre 1990 bedeuten. Der Marktwirtschaft sich anpassender Zustand unserer Ökonomik gemeinsam mit der derzeitigen Weltrezession der Stahlindustrie verursachten, daß unser Pro-Kopf-Verbrauch, der noch im Jahre 1989 zu den größten in der Welt gehörte, auf weniger als eine Hälfte sank, und wir erwarten, daß nach Erholung der Ökonomik der Verbrauch zunehmen und wenigstens das Niveau von rund 450 kg pro Kopf erreichen wird. Reduktion der Erzeugungskapazitäten wird andererseits Erreichung der Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit der Stahlindustrie erleichtern.

Die Gesamtentwicklung des tschechischen Hüttenwesens in den ersten Jahren der Transformation der Ökonomik wickelte sich auf dem Hintergrund der günstigen makroökonomischen Entwicklung in der Tschechischen Republik ab. Bereits im 4. Jahrviertel 1992 kam es zum erstenmal in dem Zeitabschnitt der Transformation zum zwischenjährlichen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes. Dieses sank zwar weiter im Verlauf des Jahres 1993, vor allem infolge der Auswirkung der Spaltung der ehemaligen Tschechoslowakischen Föderativen Republik (zum 01.01.1993), im Jahre 1994 steig es jedoch zwischenjährlich um 2,6 % und im Jahre 1995 um 4,8 % an. Gleichzeitig damit stieg in der angegebenen Zeitspanne die Binnennachfrage an und die Inflationsrate sank weiter von 17 % im Jahre 1993 bis auf 9,1 % im Jahre 1995. Das spiegelte sich auch in der Diskontsatzherabsetzung der Tschechischen Nationalbank und in der Kreditverbilligung ab.

Diese vom Gesichtspunkt des Entwicklungstrends günstigen ökonomischen Bedingungen wurden auch mit verhältnismäßig günstiger Lage des Eisenhüttenwesens in der Welt begleitet, wo das Jahr 1994 Beginn der Belebung auf dem Markt der Stahlerzeugnisse trotz dem niedrigeren eingeschätzten Wachstumstempo im Jahre 1995 bedeutete.

Während die Erlöse im Eisenhüttenwesen in den konstanten Preisen im Jahre 1994 zwischenjährlich um ca. 2 % anstiegen, war der Anstieg im Jahre 1995 bereits 13,5 %. Höhere Produktion machte sich insbesondere infolge der fixen Kosten (auch die Ausrüstung der Arbeiter mit Grundmitteln stieg an) in Senkung der Lohnaufwendigkeit (von 13 % im Jahre 1993 bis auf 11,5 % im Jahre 1995) bemerkbar. Im Vergleich mit dem Jahr 1993 überholte der Anstieg der Arbeitsproduktivität im Jahre 1994 das Tempo des Zuwachses der durchschnittlichen Verdienste (im Jahre 1995 war diese Überholung im Eisenhüttenwesen bereits 24 %). Den positiven Trend konnte man auch an den sich aufbessernden Rentabilitätskennziffern dokumentieren.

Volumen des Walzgutexports stieg von nicht ganzen 3 Mio. t im Jahre 1989 auf 4,4 Mio. t im Jahre 1993 an und beim Rückgang des Produktionsvolumens bedeutet es noch schnelleren Anstieg des Exportanteils an der Gesamtproduktion. Andere Situation ist bei den Rohren, wo das entscheidende Wort tiefe Absatzkrise im Ausland hat.

processline.jpgFür die Zukunft, d.i. für entfernten zeitlichen Horizont, kann man voraussetzen, daß die Exportvolumina der Hüttenbetriebe in der Tschechischen Republik von dem den Erzeugern in der EU entsprechenden Zustand nicht abweichen werden.

Die Hauptstahlverarbeiter in der Tschechischen Republik befinden sich in derselben Situation, wo sie wenigstens für eine Übergangszeit die Absatzmöglichkeiten ihrer traditionellen Erzeugnisse suchen, nicht einmal sie kommen jedoch inzwischen mit neuen Ansprüchen an Stahlerzeugnisse, selbstverständlich auch sie lösen die Fragen der Privatisierung. Das Klima für die ökonomische Aktivität ist bei den traditionellen und bedeutenden Abnehmern der Stahlproduktion ähnlich wie in der Stahlindustrie selbst. Im Jahre 1993 ist die industrielle Produktion ungefähr um 5 % weiter rückgegangen, ähnlicherweise sanken auch die Produktion im Bauwesen und noch mehr die Aktivitäten im Transport.

Soviel zur Lage der tschechischen Stahlindustrie im Anfangsstadium der selbständigen Tschechischen Republik.

Trotzdem die Entwicklung der Stahlindustrie in der Tschechischen Republik in aller Hinsicht deren Existenz kompliziert war, zeigen wir uns diese an einigen Parametern, die die Grundzüge dieser Entwicklung ausdrücken.

Da alles mit Tabellen oder Diagrammen belegt wird, können wir uns auf Charakteristik der Entwicklung eher durch Anführung der Gründe und Ursachen dieser Entwicklung voll konzentrieren.