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Historie der Stahlindustrie

Die Metalle begleiten die Entwicklung der Menschheit schon seit uralten Zeiten und Stahl, wenn wir diesen von dem Augenblick seines historisch allbekannten Form als Damaszenstahl ab zu folgen beginnen - bereits einige Jahrtausende.

Um die heutige Form der industriellen Großproduktion zu erreichen, passierte die Stahlindustrie von der Handwerkskleinproduktion einen verwickelten, mit bedeutenden Vervollkommnungen der Hestellungsprozesse, mit Entwicklung des Sortiments und der Qualität der Erzeugnisse bei dauernd anwachsender Arbeitsproduktivität, mit der sich verbessernden Ökonomik und mit ökologischen Lasten umsäumten Weg. Dazu kam es dann zum Schluß dieses Jahrhunderts zu einer radikalen Änderung in Beziehung zu den Abnehmern, und zwar durch markante Verschiebung des Entgegenkommens gegenüber den Bedürfnissen und Anforderungen dieser Abnehmer.

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Dessen unbestreitbare Bedeutung bestätigt die Tatsache, daß er mit dessen heutigen weltweiten Umfang der Produktion von rund 750 Mio. t jährlich das zweite massenhaftes erzeugte Produkt hinter der Zementproduktion ist.

 

Entstehung der Art Eisen aus Erz zu erzeugen hängt mit den Praktiken der Kupfer- und Bleimetallurgie in Anatolien, in Nordsyrien und mag sein auch in einem Teil von Iran zusammen. Die Eisenerze wurden als Flußmittel bei Verarbeitung von sulfidischen Kupfererzen zugegeben. Eisentröpfchen, die die dortigen Erzeuger bereits 3000 Jahre v.Ch. durch Vergleich mit meteoritischem Eisen identifizierten, haben zwar bereits die Existenz der Möglichkeit Eisen zu erzeugen angedeutet, aber es kam dazu praktisch erst um 15 Jahrhunderte später. Seitdem muß man damit rechnen, daß kleine Mengen dieses damals raren Metalls, das den höchsten gesellschaftlichen Schichten oder nur den Herrschern und deren Höfen vorbehalten wurde, außerhalb des angeführten Bereichs höchstwahrscheinlich als Geschenke geraten könnten.

Erster Fund eines eisernen Gegenstandes in unserer Region auf dem Gebiet der Slowakei wird zum 15. Jahrhundert v. Ch. datiert, also zum Ende der Bronzezeit. Es war ein Dolchstiel. Erster Fund in Böhmen wird zum 12. Jahrhundert v. Ch. datiert. Um die Hälfte des letzten Jahrtausends v. Ch. erscheint sehr primitive Eisenerzeugung in ältester Erzeugungsanlage - in einfachem offenem Schmiedefeuer mit Gebläse. Die durch Reduktion des Erzes erhaltenen Eisenstücke wurden geschmiedet. In der Periode des Großmährischen Reiches, d.i. um 9. Jahrhundert n.Ch., wurden bereits Werkzeuge zur Holzbearbeitung, Hacken, Spaten, Sensen, Sichel, Pflugeisen gefertigt - insgesamt wurden bereits rund 100 Eisengegenstände erzeugt

 

Im 10. bis 13. Jahrhundert begann der Prozeß der Lokalisierung der Eisenerzeugung an die Rohstoffbasis realisiert zu werden. Hüttenwesen war ein Schlüsselbestandteil im System der Handwerksfertigung im frühesten Mittelalter und bereits in dieser Zeit begann Fortschritt in manchen Wirtschaftsbereichen davon abzuhängen. Im 13. bis 16. Jahrhundert existierten in Böhmen bereits 250 Eisenhütten. In diesem Zeitabschnitt kann man bereits über Organisation, Ökonomik und Eisenhandel reden und dies ist auch die Zeit der entstehenden Eisenhämmer. Bereits erscheinen Eisengroßhändler. In den böhmischen Ländern unterstanden die Hütten bis zum Jahre 1854 den Bergbehörden. Errichtung von Hütten und Eisenhämmern bewilligten nur die höheren Bergbehörden und zum Unterschied von der bereits sich entwickelnden Textilindustrie wurde Eisenerzeugung mit einer Reihe von Beschränkungen lang gebändigt, die ihre Entwicklung hinderten. Indirekte Eisenerzeugung in Hochöfen führte bei uns zur Liquidierung alten Eisenhüttenwesens und zum Aufbau von neuen Hochofenhütten. Dies war im Vergleich mit Deutschland, Frankreich und England später, wo der Anfang der Hochofenerzeugung in die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts gesetzt wird. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts werden Walzwerke entwickelt. Schmiedeeisen - teilweise auch Vorgänger heutigen Stahls - wurde durch Frischen im Schmiedefeuer erzeugt und dann in den sogenannten Eisenhämmern verarbeitet. Die meist verbreiteten waren die Stabhämmer. Während der industriellen Revolution wurden stufenweise alle technischen, den Übergang der Eisenerzeugung zur Massengroßerzeugung bedingenden Erfindungen aus England auf den europäischen Kontinent abgeschoben. Schnelleres Tempo dieser Abschiebung trat erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts an. In den Hochöfen begann man mit Koks zu arbeiten, Gebläsewind wurde vorgewärmt und in den Frischfeuern wurden zum Antrieb für Blasen Dampfgebläsemaschinen angewendet. Die Dampfmaschinen begannen die Walzwerke zu betreiben. Die Walzwerke konnten bereits das früher angewendete arbeitsintensive Ausschmieden auf Stäbe und Bleche ersetzen. Es wurde Tiegelstahl für Herstellung von Werkzeugen erfunden. Sowohl in den Frischfeuern als auch durch sog. Puddeln als einen überhaupt meist arbeitsintensiven Prozeß wurde sog. Weicheisen erzeugt. Das Puddelverfahren konnte jedoch bereits auch das sog. Harteisen, d.i. Stahl, erzeugen. Das Tiegelverfahren konnte dagegen Stahlschmelzen nur für höhere Kohlenstoffgehalte bewältigen, die niedrigere Schmelztemperaturen haben. Im Jahre 1855 wurde Patent für Verblasen des Roheisens im Konverter angemeldet. Dieses Verfahren, Bessemer-Verfahren genannt, war wesentlich mehr produktiv als andere Verfahren und verlief im sog. Konverter und wurde auf Lufteinblasen in Metallbad gegründet. Im Jahre 1860 arbeiteten mit diesem Verfahren bereits 40 Unternehmen in der Welt. Als im Jahre 1856 von Siemens regenerative Heizung patentiert wurde, war dies nur ein kleiner Schritt dazu, daß in Frankreich im Jahre 1864 der erste 2-tonnen-Herdofen in Kombination mit Luftregeneratoren Siemens gebaut wurde. Dieses Verfahren als Siemens-Martin-Verfahren genannt vermag auch bereits Schrott schmelzen und der Weg zur Stahlgroßerzeugung wurde gebahnt. Im Jahre 1864 wurde das sog. Thomas-Verfahren der Stahlherstellung eingeführt, das für Verblasen von Eisen mit höherem Phosphorgehalt geeignet ist. Diese Verfahren wurden zum Unterschied von den Herdverfahren, derer Produkt Schweißstahl war, Flußverfahren genannt.

 

Das erste mit der Dampfmaschine betriebene Walzwerk wurde in England im Jahre 1783 gebaut. Im Jahre 1848 wurde das erste entsprechende universale Walzgerüst mit horizontalen sowie vertikalen Walzen gebaut, das bereits fähig war, Flacherzeugnisse mit genauen Kanten zu walzen. Es wurde auch Kalibrierung von Walzen entwickelt und es war möglich Winkelstahl und Profile, Breitfußschienen zu walzen.

Im Jahre 1862 wurden kontinuierliche Drahtstraße und 2 Jahre nachher Asselgerüst für Walzen von den für Schiffbau erforderlichen Dickblechen patentiert. Während der Wirtschaftskrise in den Jahren 1873 bis 1879 kam es auf dem Gebiet Böhmens zur bedeutenden Konzentration der Produktion mit zwei Mittelpunkten: Ostrauer Gebiet und mittelböhmisches Gebiet. In den Jahren 1875 bis 1880 kam es zur mehr markanten Verschiebung der Roheisenerzeugung zugunsten des Ostrauer Gebietes.

Am Ende des 19. Jahrhunderts sind wir Zeugen des Antritts von Kartellen, deren Ziel hieß, sich gegen die Konkurrenz zu wehren. Mit dem Anstieg der Massenhaftigkeit der Herstellung kommt es zu deren beträchtlichen Konzentrationen. Um die Wende des 19. und 20. Jahrhunderts wurde in Böhmen eine Reihe von unrentablen Betrieben aufgelöst. Pražská železáøská beherrschte Eisenhüttenwesen in Böhmen, Vítkovické železárny in Mähren und Báòská a hutní spoleènost in Schlesien. Einen großen Einfluß darauf hatte das Bankkapital. Die Hochofenproduktion wurde in Vítkovice, Trinec, Kladno und Kraluv Dvur konzentriert. Im Jahre 1887 wurde in Chomutov die Mannesmanngesellschaft AG gegründet, worin im Jahre 1890 als erstes in der Welt Pilgerschrittwalzwerk für Walzen der nahtlosen Rohre aufgrund einer ganz neuen Technologie installiert wurde.

Die Hüttenproduktion in Böhmen entwickelte sich weiter auch zwischen beiden Weltkriegen.

Nach dem zweiten Weltkrieg herrschten die bereits erwähnten vier Lokalitäten der Hüttenproduktion und deren Betriebe immerhin vor.

Den Zeitraum nach 1948 kann man als Zeitabschnitt der extensiven Entwicklung bezeichnen. In den ersten Jahren unterschied sich die Entwicklung der Stahlherstellung nicht von anderen industriellen Staaten. Die Tendenzen aus der Tschechoslowakischen Republik die Schmiede des Ostblocks zu bilden führten zu großen Entwicklungsaktionen, entstanden neue Betriebe auf dem Gebiet Mährens sowie der Slowakei. In Ostrauer Gebiet war es das Hüttenkombinat Nova hut mit Herstellung von Langerzeugnissen, Warmbändern, Rohren und Maschinenbauerzeugnissen für die Automobilindustrie. Weiter war es das Unternehmen Zelezarny Veseli in Veselí nad Moravou für Rohrerzeugung. In der Slowakei war es Hüttenkombinat Vychodoslovenske zelezarny mit dem Hauptherstellungsprogramm, das auf Flacherzeugnisse, geschweißte Rohre und Herstellung von Paneelheizkörpern orientiert war. Weiter war es das Unternehmen Oravské ferozliatinarske zavody in Istebne und Siroká, das auf Erzeugung von Ferrolegierungen gerichtet war.

Das Eisenhüttenwesen beschäftigte in dieser Zeit fast 170 Tsd Leute und im Rekordjahr 1988 erzeugte 15,8 Mio. t Stahl. Infolge Investierung in Anstieg der Erzeugungskapazitäten und -umfang blieben keine Mittel für Modernisierung der Erzeugungsanlagen und für Strukturveränderung der Technologien sowie des Sortiments der Erzeugnisse übrig. Infolge dessen blieb das technisch-ökonomische Niveau als des Ganzes zurück.

Nichtsdestoweniger ist es gelungen auch einige progressive Einrichtungen aufzubauen, wie z.B. Fein-Mittelwalzwerk in Nova hut, allmählich wenn auch sehr langsam auch die Einrichtung für Stranggießen von Stahl, Sekundärmetallurgie, progressive Stahlindustriestechnologie - Stahlherstellung in Sauerstoffkonvertern. Nach 1989 zeigte sich in voller Nacktheit, daß die Abkehr der Entwicklung unserer Stahlindustrie von dem in den Ländern Westeuropas realisierten Trends und Formen der Entwicklung der Stahlindustrie, zu welchem es nach dem Erdölschock, d.i. in siebzigen Jahren kommt, aus heutiger Sicht langfristige Probleme erhoben hat.