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Investitionen, Strukturveränderungen

Den Zustand der Strukturveränderung kann man fast allgemein noch vielmehr als eine Modernisierungsetappe der Stahlindustrie charakterisieren, da es sich einstweilen im überwiegenden Maße die Phase der Anpassung des Produktionsvolumens der Absatzmöglichkeiten verwirklicht hat. Das war ein Schritt, der durch rapiden Rückgang des Stahlverbrauchs hervorgerufen wurde. Man kann sagen, daß es erstes Signal und Befehl zur Strukturveränderung war, der jedoch mehr das Produktionsvolumen als die Produktionskapazitäten selbst betraf, insbesondere ihre Liquidation. Nichtsdestoweniger kam es insbesondere auf dem Gebiet des Stahlstranggußverfahrens und der Liquidation des SM-Verfahrens zur Verbesserung der Struktur der Herstellungstechnologien zugunsten moderner und wettbewerbsfähiger Technologien.

Anteil des SM-Verfahrens an der Stahlproduktion sank von 17,89 % im Jahre 1989 auf 4,57 % im Jahre 1995 und wird bald völlig liquidiert werden. Anteil des Stahlstranggußverfahrens stieg im Jahre 1996 auf 47 % an, im Jahre 1998 wird er 60,87 % und zielgemäß nach dem Jahr 2000 mehr als 80 % erreichen. Dem hohen Anteil der Langerzeugnisse entspricht nicht der Anteil der Stahlherstellung in elektrischen Lichtbogenöfen von 13,11 %. Ähnlicherweise verlaufen die Modernisierungsmaßnahmen in den Walzwerken. Die größte Modernisierungsmaßnahme ist Aufbau der sog. Minimill-Anlage in Nová huン, die die Bandstahlherstellung mehr effektiv machen wird. Es werden Pfannenofen, Strangguß der dünnen Bramme und eigentliches Bandwalzwerk installiert. Diese Investition verfolgt mehr als die Absicht der Erweiterung der Herstellung den Bedarf, ihre Qualität und Effektivität zu erhöhen.

In wertmäßiger Äußerung dokumentiert die Entwicklung der Steigerung der Investitionen im tschechischen Hüttenwesen und deren Anteil an Investitionen insgesamt folgende Tabelle:

Materielle Investitionen in der Tschechischen Republik (Mio. CZK)

 1993199419951996 
Hüttenwesen5816449646877179 
Herstellung von Metallen942011518106899168*
Industrie106510137909156918104667*
Insgesamt256107332629411103478700 
* Angaben für 1. bis 3. Quartal 1996     

Die Entwicklung der tschechischen Stahlindustrie verläuft in zwei Parallelen:

a) Beschränkung bzw. Einstellung veralteter Herstellungskapazitäten

  • Beschränkung bzw. Einstellung veralteter Kapazitäten verläuft vorläufig schneller bei der Stahlherstellung, wo im Jahre 1997 deren Kapazität auf ca. 8,8 Mio. t herabgesetzt wird. Den Prozeß der Einstellung der Produktion in veralteten Herstellungskapazitäten kann man so charakterisieren, daß es bis 1996 zu folgenden Maßnahmen kam:
  • Stillegung von 2 Tandemöfen und meisten SM-Öfen; bei den Halbzeugstraßen wird Einstellung der veralteten Straßen allmählich mit dem Übergang der Betriebe auf 100 % des Stahlstranggußverfahrens, bei den Fertigstraßen allmählich in Abhängigkeit von der Modernisierung der vorbestimmten Walzstraßen oder vom Aufbau neuer Kapazitäten erwartet.

b) Modernisierung und Strukturveränderung

  • Auf dem Gebiet der Roheisenerzeugung ist seit 1.1.1997 die selbständige integrierte Einheit „Vysoké pece Ostrava, a.s.“ von den Gesellschaften Nová hut, a.s. und VÍTKOVICE, a.s. gegründet worden.
  • Auf dem Gebiet des Stranggußverfahrens wird es vorausgesetzt, daß in Nová hut, a.s. hundertprozentiger Anteil des stranggegossenen Stahls bis Ende 2000 und in Tøinecké železárny, a.s. am Ende des Jahres 1998 erreicht wird.
  • Auf dem Gebiet der Herstellung von Flacherzeugnissen wird bereits die Nulletappe der Minimill-Anlage zur Herstellung der warmgewalzten Bandringe als Ersatz für die veraltete Technologie mit Kapazität von 1 Mio. t in Nová hut, a.s. realisiert. Es wird die 3,5 Quartostraße einschl. der nachfolgenden Adjustageanlagen in VÍTKOVICE, a.s. modernisiert.
  • Auf dem Gebiet der Herstellung von Langerzeugnissen wird Modernisierung der Tragkapazitäten für Herstellung des Walzdrahtes, der Gleisen (langfristiges Programm) und Sortiment der Mittel- und Feinprofilen realisiert.
  • Gesamtvolumen der Finanzmittel, die zwecks Ökologie in die Umweltschutzbauten eingelegt werden müssen, wird auf 14 Mrd. CZK eingeschätzt, zu denen sich noch weitere 5 bis 10 Mrd. CZK für Entfernung der ökologischen Lasten aus den vorherigen Tätigkeiten anschließen. Darüber hinaus zahlen die Betriebe noch die Gebühren für Umweltverschmutzung. Die Forderungen auf Ökologie werden offensichtlich in der Mitte 1998 beträchtlich strenger sein, wo das neue Gesetz über Atmosphäre in volle Kraft treten wird. Diese Tatsache trug auch zum Treffen einer Vereinbarung zwischen beiden Ostrauer Roheisenherstellern bei, nach deren Zielbestimmung die Roheisenherstellung in VÍTKOVICE, a.s. völlig entfernt werden sollte.

Konkret zu einigen Maßnahmen:

Auf dem Gebiet der Entwicklung der Herstellungsbasis:

  • Im Jahre 1993 wurde in Nová hut, a.s. Blockstrangguß mit Kapazität von 1,1 Mio. t in Betrieb gesetzt.
  • In der zweiten Hälfte des Jahres 1995 wurden zwei Stahlstranggießanlagen in Versuchsbetrieb gesetzt - für Brammenstranggießen in der Gesellschaft VÍTKOVICE mit der Kapazität von 720 Tsd jato, für Knippelstranggießen in Trinecké železárny mit der Kapazität von 1200 Tsd jato.
  • Im Jahre 1996 nahm die Trinecké železárny, a.s. Drahtwalzen mit dem sog. Split-rolling-Verfahren in Angriff und bereitet sich vor, auf diese Weise auch den Betonstahl herzustellen. In Betrieb wurden auch Meß- und Kontrolleinrichtung der Spitzenqualität für Feststellung der Innen- sowie Oberflächenfehler der Gleisen gesetzt.
  • Im Jahre 1996 wurde in VÍTKOVICE, a.s. das Projekt der Modernisierung des Warmteils der 3,5 Quartostraße genehmigt, dessen Realisierung 48 Monate in der Zeitspanne zwischen 1996 und 2000 erfolgen soll. Nach Modernisierung wird es möglich sein, Grobblech bis 3300 mm Breite mit engeren Toleranzen und Verbesserung sämtlicher Parameter der Grobbleche herzustellen. Herstellungssortiment wird um hochfeste und mikrolegierte Stähle erweitert.
  • Im ersten Quartal 1996 wurde in der Gesellschaft Válcovny plechu, a.s. eine Teilanlage in Betrieb gesetzt, die Stahl- und verzinkte Bänder mit der Dicke von 0,4 bis 4 mm, Eingangsbreite von 200 bis 1500 mm, und Bänder des rostfreien Stahls in Breiten von 400 bis 1050 mm beim Gewicht der Bandringe bis 24 t verarbeitet.
  • Im Jahre 1996 nahm Nová hut, a.s., die sog. Nulletappe des Aufbaus der Minimill-Anlage in Angriff mit dem Ziel, in diesem Jahr 1,3 Mrd. CZK zu investieren. Die ganze Minimill-Anlage soll 6,5 bis 8 Mrd. CZK kosten. An das Stahlwerk sollte in der sog. ersten Etappe modernes Bandwalzwerk mit Kapazität von 1 Mio. t anknüpfen. Komplette Modernisierung von Nová hut, a.s. soll ca. 17,5 Mrd. CZK kosten.
  • Im Jahre 1997 wurde in Trinecké železárny, a.s. die erste Etappe der Rekonstruktion und Modernisierung der kontinuierlichen Drahtstraße mit dem Ziel durchgeführt, die Qualität des hergestellten Walzdrahtes zu erhöhen.