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Parameter der Produktionsentwicklung

Infolge der Zusammensetzung der Stahlendproduktion, die man durch großen Anteil der Langerzeugnisse und weiter durch großes Volumen der Rohrherstellung noch dazu mit großem Anteil der nahtlosen Rohre charakterisieren konnte, wurde die Stahlerzeugung vom Gesichtspunkt der Absatzmöglichkeit auch weiterhin durch gespannte Situation in den Absatzmöglichkeiten auf Auslandsmärkten stark beeinflußt.

Verlust der Möglichkeiten direkter sowie indirekter Ausfuhr in die ehemaligen RGW-Länder sowie Rückgang der Binnennachfrage zeigten sich nicht im ersten Jahr der Transformation (1990) in voller Auswirkung, so daß es zur bedeutendsten Schrumpfung des Produktionsvolumens erst ab 1991 kam. Dem Rückgang der Nachfrage auf dem heimischen Markt schloßen sich auch die Probleme der Rezession auf den ausländischen Märkten an. Nachfrage auf den ausländischen Märkten begann sich im Verlauf des Jahres 1994 zu verbessern und erreichte den Gipfelpunkt im Jahre 1995.

Während die Entwicklung des Anteils der Flacherzeugnisse an der Gesamtproduktion sich gegenüber dem Jahr 1989 praktisch nicht ändert, weist die Struktur der Produktionsanwendung markante Entwicklung auf.

Bei den Langerzeugnissen sinken die Lieferungsmöglichkeiten nach Inland bis zum Anfang des Jahres 1994 und es werden Wege zur Plazierung größerer Produktionsvolumina auf den ausländischen Märkten gesucht. Die Entwicklung der Binnennachfrage wendet sich im Jahre 1994 und so ist es möglich, das Exportvolumen zu reduzieren. Ende des Jahres 1993 ist also Augenblick des zweierlei Bruches, d.i. des Antritts des Anstiegs der Binnennachfrage und anderersetis der herabgesetzten Ausfuhrmöglichkeiten infolge der Rezession auf den Auslandsmärkten.

Einfluß der Nachfrage nach Langerzeugnissen ist ein dominierender Faktor der Entwicklung der Stahl- und Walzgutproduktion. Im Jahre 1994 erreichte die Ausfuhr des Walzgutes ihren Höhepunkt und betrug ca. 57 % der Produktion.

Dies ist relativ hohes Volumen, das vom Gesichtspunkt der Absatzrisiken verhältnismäßig starke Abhängigkeit von dem Zustand des Globalmarktes mit Stahlerzeugnissen bildet, vom Gesichtspunkt der territorialen Ausfuhrmöglichkeiten ökonomisch dauernd schwierig erhaltbar ist, insbesondere aus der Sicht der Belastung mit Transportkosten und der Lieferbedingungen vom Gesichtspunkt der finanziellen Deckung der Lieferungen nach mehr entfernte Territorien. Als konkrete Ausnutzung der Absatzwege hat es jedoch seinen Zweck erfüllt.

Praktisch dauerndes Trend des Rückgangs weisen die Lieferungen in die Slowakische Republik auf, und zwar sowohl beim Walzgut als auch bei Rohren. Auch hier kann man für einen der Gründe der Entwicklung den Einfluß der Internationalisierung und insbesondere Globalisierung des Marktes halten.

Entwicklung des offenbaren auf Stahläquivalent umgerechneten Verbrauchs der Endprodukte (verengte Auffassung) ist aus der folgenden Tabelle ersichtlich, worin auch die Prognose angegeben ist.

Scheinbarer (offenbarer) Stahlverbrauch

(Mio t)

 1992 1993 1994 1995 1996 1997 Prognose
Finalstahl 3,203,003,203,593,203,70
Rohstahl 3,943,503,804,373,804,50

Ökonomische Situation der Stahlwerke in der Tschechischen Republik als ein Ganzes genommen war stabilisiert. Man muß sagen, daß eine ganze Reihe von westeuropäischen Stahlwerken infolge der vorletzten, bis jetzt schwersten Absatzdepression noch verschuldet war und die Schulden beglich. Infolge verschiedener Faktoren wiesen die meisten tschechischen Stahlgesellschaften Gewinn auf. Trotzdem kam auch weiterhin an den Tag als ein schleppendes Problem die Verschuldung, deren Uranfänge der Zahlungsunfähigkeit der Abnehmer und den nicht erledigten Forderungen gegenüber den Ländern der ehemaligen UdSSR entsprangen.

Die Folgen der beschriebenen Situation und deren Entwicklung (Erzeugung, Absatz und Produktionsparameter, Ökonomik, Beschäftigungslage) sind aus den Diagrammen und Tabellen zu ersehen.

Aus dem Diagramm Nr. 1 über Entwicklung der Grunderzeugnisse ist großer Bruch in Produktion ersichtlich, zu dem es zwischen den Jahren 1990 und 1991 kam. In diesem Zeitabschnitt war es nicht mehr möglich, dauernden Rückgang der Binnennachfrage durch Export zu kompensieren. Stahlproduktion im Jahre 1993 im Vergleich mit dem Jahr 1989 sank um mehr als 40 %. Dadurch wurden bereits mehr als zwei Drittel des gesamten vorhergesagten Produktionsrückganges erreicht, der der Prognose des ausgeglichenen Zustandes der Nachfrage und des Angebots entsprechen würde. Rasant war der Rückgang bei Rohrherstellung.

Aus dem Diagramm Nr. 2 ist Exportanstieg beim Walzgut bis 1994 ersichtlich. Bei Rohren sank der Export dauernd bis zum Jahr 1994 mit Rücksicht auf die Marktlage. Zu dieser Entwicklung muß man noch anführen, daß Walzgutexport fähig ist, den gleichzeitigen Rückgang der Binnennachfrage nur teilweise zu kompensieren. Ein zweiter Zug der Entwicklung des Exports ist sein schnelleres Tempo der Realisierung in andere Territorien als EU.

Hier halten wir es für angebracht, noch mit einigen Sätzen bei der Lage in der Rohrherstellung und -absatz zu bleiben. Rückgang der Produktion auf 46,8 % im Jahre 1993 vom Niveau im Jahre 1989 ist mit Änderung des Anteils der Herstellung der nahtlosen Rohre begleitet, der von 70 % im Jahre 1989 auf 55 % im Jahre 1993 sank.

In die Länder der ehemaligen UdSSR wurden 400 Mio t Rohre exportiert. Mit Rücksicht auf niedrigen Anteil der Ausnutzung der Kapazitäten für Rohrherstellung standen die Hersteller vor der Entscheidung diese Kapazitäten zu beschränken. Die Rohrhersteller sowohl in der Tschechischen Republik als auch in der Slowakischen Republik absolvierten die Verkündung des Antidumpingverfahrens durch die EU-Kommission. Rohrausfuhr in das EU-Territorium wurde danach aufgrund der untereinander vereinbarten Exportquoten und sog. double checking (Doppelkontrolle) geregelt.

Diagramm Nr. 3 zeigt die Entwicklung des inländischen Pro-Kopf-Stahlverbrauchs sei 1993. Bis zu dieser Zeit nahm der Verbrauch seit 1989 ab. Daraus geht hervor, daß dieser Verbrauch seit 1993 bereits dauernd wieder zugenommen hat, und auch die Prognose sagt weitere Zunahme voraus. Ganz evident ist jedoch die Tatsache, daß er schon tief unter dem gewesenen Niveau 700 kg pro Kopf bleiben wird.

Diagramm Nr. 4 zeigt die Entwicklung des Anteils des stranggegossenen Stahls. Daraus ergibt sich ursprünglich fast vernachläßigbarer Anteil des unter Anwendung dieser Technologie gegossenen Stahls, sein allmählicher aber dauerhafter Anstieg. In den Jahren 1995 und 1996 ändert sich die Situation jedoch markant durch Inbetriebnahme des Stranggießens der Blöcke mit Kapazität von 1100 kt und des Stranggießens der Knüppel mit Kapazität von 1200 kt. Im Jahre 1996 wurde auf diese Weise bereits 48 % infolge Betreiben des neuen Brammenstranggusses gegossen und im Jahre 1998 soll es 60 % sein. Zielzustand soll ca. 85 % sein und der Rest von Stahl soll auch weiterhin gemäß dessen Bestimmung in Rohblöcke gegossen werden.