Perspektive
Um das Jahr 2000 wird erwartet, daß im tschechischen Eisenhüttenwesen ca. 53 Tsd Leute arbeiten werden, d.i. ca. um 40 Tsd Leute weniger als im Jahre 1990. Es wird nicht mehr möglich sein, die angeführte Zahl der freigelassenen Arbeiter in anderen Sektoren auf dem natürlichen Wege zu plazieren, um so mehr, daß sich die Abnahme der Arbeitsgelegenheiten in bestimmte Regionen konzentrieren wird (siehe Beschäftigungspolitik, Perspektive des Absatzes und der Produktion und Beziehung zur Produktivität).
Wiederholen wir uns noch einmal, daß man aus der langfristigen Entwicklung der Volumina der Stahlherstellung feststellen kann, daß die Bedingungen der Situation der Stahlwerke in Abhängigkeit von der Marktsituation in Zyklen von der Hochkonjunktur zum Zustand verlaufen, den man als Krisenzustand bezeichnen kann. Es zeigt sich, daß sich die Länge eines Zyklus in der Regel zwischen 4 bis 6 Jahren bewegt. Der letzte Sattel der Krise im Jahre 1994 und teilweise im Jahre 1995, der insbesondere Europa und Japan getroffen hat, stürzte viele
Unternehmen in diesen Regionen in Verlust, während unsere Stahlwerke infolge Bewältigung großer Exportvolumina und mit Ausnutzung der komparativen Vorteile in der Profitzone blieben.
Immer schwächer werdende komparative Vorteile sind vor allem niedriges Niveau der Löhne, Abschreibungen, Frachttarife sowie Pro-Export-Devisenkurs.
Ein beständiges Problem ist die Notwendigkeit, den Dumpingsklagen zu trotzen. Export in geographisch sehr gut situierte EU-Länder, insbesondere BRD, wird in einem von beiden Seiten abgestimmten Regelungsregime geregelt. Für die sog. empfindlichen Posten ist ein Duallizenzsystem vereinbart und praktiziert, das auf Limitierung und Monitoring des Handels mit diesen Posten sowohl bei uns als auch im Lande des Importers gegründet ist. Um so mehr aktuelle Drohung kann jedoch das Bestreben der Hersteller in einigen Ländern sein, die Volumenbeschränkungen durch Dumpingklagen zu ersetzen. Diese sind im gegenwärtigen Stahlhandel regsam ausgenutzt und deren Folge kann auch Strafzollbestimmung in der Höhe sein, bei welcher es bereits nicht mehr möglich sein wird, das betreffende Erzeugnis effektiv auszuführen. Dieser Zoll kann auch für den mehr als 5 Jahre langen Zeitabschnitt auferlegt werden.
In der nächsten Zeit muß die Stahlindustrie das Bestreben um Aufrechterhaltung der Kontinuität der Entwicklung der Stahlherstellung sowie der Absatzrichtungen und der dafür angewendeten Methoden als Antritt zur Aneignung der Zutritte, die bereits angewendet sind und sich als unerläßlich immer mehr dringlich durchsetzen werden, vertiefen. Dazu gehören entsprechende Reaktionen auf die Prozesse der Internationalisierung, Globalisierung, Schaffung der strategischen Allianzen, Aneignung und Praxis des aggressiven Marketings und selbstverständlich der ganze Komplex der Strukturveränderung, Modernisierung der Struktur der Erzeugnisse und Technologien einschl. Rationalisierung des Arbeitsverbrauchs.
Aus allen Faktoren ist am meisten wesentlicher der Fakt, daß eine entscheidende Voraussetzung weiterer Entwicklung der Stahlindustrie in der Tschechischen Republik die Rate der Belebung der Ökonomik und damit auch des heimischen Stahlverbrauchs sein wird.
Es ist deswegen, daß
- die Stahlindustrie in der Tschechischen Republik keine Bedingungen dazu hat, sich als überwiegend exportierender Zweig dauernd zu erhalten;
- die Chancen der indirekten Stahlausfuhr in Form von stahlenthaltenden Erzeugnissen mehr allseitig und flexibel sind;
- man auch darauf hoffen muß, daß der Staat an Bildung der Infrastruktur gehen wird, die immer auch Unterstützung des Stahlverbrauchs mit sich bringt.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist wirtschaftliche Politik der Branche.
Einstweilen wurde sie im Vergleich mit der ausländischen Praxis nicht präzise formuliert und deswegen nicht einmal in einem beträchtlichen Umfang realisiert und die Ursachen dessen bestehen in folgenden Tatsachen:
- im Gesamtklima der wirtschaftlichen Politik der Regierung als Unumschränkheit der Macht des Marktes und deswegen kleine Reaktion auf die die Zweigauffassung erfordernden Stimmen;
- bisher eindeutig nicht ausgeprägte einheitliche Auffassung der Vertreter der Stahlindustrie selbst.
Eine dauerhafte Benachteiligung der Tschechischen Republik sind: Binnenlage und fehlende entsprechende Wassertransportwege, die Transportkosten sowohl bei der Einfuhr von Rohstoffen als auch beim Export beeinflussen. Dies ist jedoch auch gleichzeitig kompensierender Einfluß und in Wirklichkeit teilweise auch Schutzfilter gegen Einfuhr, so daß man diesen vom Gesichtspunkt der Strategie der Herstellungs- und Handelsverteilung für einen Saldofaktor halten kann. Auch was Brennstoff- und Energiepreise betrifft, muß man höhere Kostenbelastung in Betracht ziehen. Begreifen wir das eher als einen Bestandteil der Vergabe der Entwicklungsstrategie und Attribut der Ansprüchigkeit dieser Vergabe.
Volumen ökonomisch realisierbarer Stahlproduktion wird auch durch Einfuhr- und Ausfuhrsaldo der Stahlerzeugnisse beeinflußt. Ein Teil der Einfuhr der Stahlerzeugnisse bindet sich und wird sich auch weiterhin auf Sortiment und Ausführung der in der Tschechischen Republik nicht realisierten Erzeugnisse binden, da bei niedrigem Herstellungsvolumen das erforderte Sortiment in voller Breite nicht realisiert werden kann. Als optimal und erreichbar scheint derweilen Aktivsaldo der Einfuhr und Ausfuhr von rund 0,5 Mio t, was ermöglichen würde ca. 5 Mio t der Erzeugnisse bei den Relationen von 1,5 Mio t Ausfuhr und 1 Mio t Einfuhr herzustellen. Eine höhere Grenze könnte Herstellung von 5,5 Mio t bei Ausfuhr von 2,5 Mio t und Einfuhr von 1,5 Mio t sein. Wenn wir höhere Ausnutzung der Kapazitäten unter den Konjunkturbedingungen in Betracht ziehen, dann kann Potential der Stahlherstellung und -verarbeitung sogar 7 Mio t übersteigen. Den 30%-igen Anteil der Ausfuhr an der Gesamtproduktion kann man für reales Volumen halten, das die Stahlindustrien mit ähnlichen Parametern im Ausland im großen und ganzen üblicherweise realisieren. Man kann deshalb sagen, daß für die Zukunft, d.i. für längeren zeitlichen Horizont, man voraussetzen kann, daß die Exportvolumina der Hüttenwerke der Tschechischen Republik und inländischer Verbrauch von dem den Herstellern in der EU entsprechenden Zustand nicht abweichen werden. Hier muß man jedoch darauf aufmerksam machen, daß die Bilanz des Stahlaußenhandels, wertmäßig ausgedrückt, ganz anders aussehen kann.
Langfristige Strategie des Überlebens der Stahlindustrie der Tschechischen Republik besteht in Stabilisierung der Liefermöglichkeiten deren Produkte nach Inland. Hier gilt die bekannte Regel, daß Stahlindustrie die Entwicklung leichter ansehen kann, soweit die Ökonomik dauernd den Anstieg des Bruttosozialproduktes wenigstens 3 % erreicht. Das Jahr 1995 war aus dieser Sicht ein günstiges Jahr, im Jahre 1996 hat sich das Tempo zwar verlangsamt, das Fragezeichen des Jahres 1997 hat zwei Seiten der Münze, da alles darüber zeugt, daß Einfuhr der Stahlerzeugnisse benachteiligt und deren Ausfuhr begünstigt wird, sei das makroökonomische Wachstum mit x - beliebigen Tempo realisiert.
All dies berechtigt dazu, über die Zukunft der Stahlindustrie der Tschechischen Republik in der Lage ihrer realen Perspektivität und Ansprüchigkeit der Lösung für Management zu sprechen. Die Zukunft des Stahls liegt nicht nur in der Fähigkeit diesen effektiv zu erzeugen sondern auch diesen effektiv verwerten zu verstehen. Diese Auffassung zeigt dann wiederum die Stahlindustrie auch in der Lage des Barometers des allgemeinen Zustandes der Ökonomik
der Tschechischen Republik und vom Gesichtspunkt der Globalisierung und Internationalisierung sowie als Barometer des Zustandes der Ökonomik auf der regionalen Ebene.
Man muß wiederum betonen, daß die Stahlindustrie der Tschechischen Republik aus ganz eindeutigen Gründen auf ausgeprägt überwiegenden Exportzweig strategisch nicht gerichtet werden kann. Deswegen kommt es sehr auf den Gesamtzustand der Ökonomik der Tschechischen Republik, auf ihre fortschreitende Profilierung in Form der Struktur der ökonomischen Aktivitäten an, die dem Standard in wirtschaftlich hochentwickelten Ländern entspricht, was man unter anderem auch durch Pro-Kopf-Verbrauch des Stahl in Höhe zwischen 350 bis 600 kg charakterisieren kann. Das ist die Grundlage, die reale Ausgangschance der Stahlindustrie gibt, sich mit ihren Unternehmeraktivitäten um Anteil an diesem Verbrauch zu bewerben und diese mit den Pro-Export-Aktivitäten geeignet zu kombinieren.
Das an sich selbst grenzt am besten die Möglichkeiten sowie die Notwendigkeit der Stahlindustrie selbst ab, die Erhaltung in der Wettbewerbszone der Hersteller, Lieferanten und Verarbeiter abzustreben, sowie grenzt die Rolle des Staates ab, wo es notwendig ist, vor allem den Bedarf zu betonen, den Kurs der wirtschaftlichen Politik einzuführen, der dem Standard in den hochentwickelten Ländern entspricht. Das bedeutet unter anderem und lakonisch gesagt, in ökonomischer Umgebung Anreize für zwischenjährlichen Anstieg des Bruttosozialproduktes wenigstens in Höhe von 5 % zu schaffen.




